Die wichtigsten E-Commerce Trends

Der klassische Handel entwickelt sich immer weiter. Online-Shopping ist inzwischen fast schon ein alter Hut. Dennoch werden die Umsätze in den nächsten Jahren die 42 Mrd. € Grenze überschreiten. Doch was sind die neuen Trends, an denen sich Unternehmen orientieren sollten, um langfristig im Wettbewerb bestehen zu können?

Digitalisierung

Viele Leser denken sich nun vielleicht, was daran neu sein soll. Doch achten Sie beim nächsten Supermarkteinkauf auf die Preisschilder. Hat Ihr Supermarkt bereits die Umstellung auf digitale Preisschilder (engl. Eletronic Shelf Labels, kurz ESL) vollzogen? Falls nicht, dann können Sie sich bereits darauf einstellen. Media Markt ist zurzeit dabei, alle seine Läden mit dem neuen Standard auszurüsten. Die Vorteile liegen darin, dass Preise vereinheitlicht und dynamisch der Nachfrage angepasst werden können. Das spart Händlern Zeit und Geld, wodurch sich in der Regel auch für den Endverbraucher Ersparnisse ergeben.

Diese Idee wird im One-to-one-Marketing noch weitergesponnen. So können Preise zukünftig individuell angepasst und Angebote speziell zugeschnitten werden. Als Basis dienen die dafür immer mehr wachsenden Datensammlungen über Kunden („Big Data“)

Augmented Reality

Brillen online anzuprobieren ist mittlerweile Standard. Doch wie geht es weiter? Was vor knapp einem Jahrzehnt noch Zukunftsmusik war, wird nun immer mehr (virtuelle) Realität. Zwar ist Google mit dem 2014 erschienen Projekt „Google Glass“ lt. eigener Aussage gefloppt. Dennoch wurde dadurch die Entwicklung ähnlicher Projekte vorangetrieben. Das Konzept von oftmals im Gaming-Bereich eingesetzten Virtual Reality Brillen wurde dabei angepasst, so dass man mit gängigen Mitteln wie dem Smartphone und entsprechendem Toolkit für wenige Euro in den Genuss der erweiterten Realität kommen kann. So wird man sich in Zukunft in speziellen Umgebungen einem neuen Verkaufserlebnis hingeben können.

Cross-Channel-Vertrieb

Was auf den ersten Blick wie ein Rückschritt klingt, ist jedoch zukunftsweisend: Offline Direktmarketing. Als Beispiel kann hierfür Vorwerk genannt werden, die sich vom biederen Staubsauger-Vertreterwesen mit dem Exklusivangebot der Multifunktions-Küchenmaschine Thermomix mehr als ein zweites Standbein geschaffen haben. Auf Veranstaltungen im privaten Rahmen kommen dabei Vertreter und zeigen der Kundschaft welche Vorteile das Produkt bietet. Dieser Offline-Verkaufsansatz sollte zukünftig im Marketing aller Unternehmen in Betracht gezogen werden. Der Trend geht also weg vom anonymen Verkauf hin zum persönlichen Verkaufsgespräch. Nötig sind hierfür allerdings vor allem Investitionen in Personalschulungen, um Kunden ein exklusives, qualitatives Angebot unterbreiten zu können.

B2B

Zuletzt lag der Fokus vermehrt auf dem Business-to-Customer-Bereich, also direkten Kundenbeziehungen. Dabei hat man sich jedoch etwas festgefahren. Um neue, vernetzte Strukturen zu schaffen, ist es deshalb immens wichtig, den Kontakt zu anderen Unternehmen zu suchen. Nur durch den konstanten Austausch mit Partnern innerhalb und außerhalb der Wertschöpfungskette kann – im Verbund – ein Mehrwert geschaffen werden, von dem zuletzt auch wieder der Endkunde profitiert. Zwar gilt nachwievor der Grundsatz, dass man Kunden in erster Linie ein Lebensgefühl verkaufen will und nicht ein Produkt.  Bei der Leistungserstellung muss der Fokus jedoch nachwievor auf dem Endprodukt liegen. Nur durch konkrete Ansätze lässt sich eine Win-Win-Situation im Bestehen mit anderen Unternehmen erzielen.

Alternative Zahlsysteme

Während in den Vereinigten Staaten mobile Smartphone-Bezahlsystem wie Apple Pay und Samsung Pay bereits etabliert haben, hinkt man in Europa noch weiter hinterher. Grund dafür ist, dass große Einzelhandelsketten die Zeichen der Zeit noch nicht erkannt haben und solche Zahlungsmethoden noch als Nischen betrachten. Doch in Zeiten, in denen die menschliche Arbeitskraft immer weniger wert und das schnelle Abwickeln von Käufen im Vordergrund steht, ist es also nur eine Frage der Zeit bis eine der großen Handelsketten den ersten Schritt wagt.

M-Commerce

Wer langfristig am Markt bestehen will, darf natürlich nicht die Bedeutung von digitalem Vertrieb unterschätzen. In Zeiten von knapp 60 % Einkäufen via Smartphone und Co., sollte man sich jedoch nicht auf das „traditionelle“ Online-Shopping beschränken. Das Zauberwort lautet „Responsiveness“. Onlineinhalte müssen speziell an Mobilgeräte angepasst werden, um Darstellungsfehler zu vermeiden und so die Abwanderung potenzieller Kunden (engl. „churn prevention“) zu verhindern. Hierbei gilt, dass weniger oft mehr ist. So sollte der Onlineshop puristisch minimal daherkommen, um auch unterwegs ein gutes Nutzererlebnis bieten zu können. Bilder sollten dabei frei skalierbar sein und sich dem jeweiligen Gerät anpassen. All diese Anpassungen fallen in der Regel sogar recht günstig aus und sind relativ schnell umgesetzt.

Von | 2017-02-08T13:55:22+00:00 15. Oktober 2015|E-Commerce|

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