Ethereum: Revolution in Sachen Kryptowährung?

Als ich vor kurzem auf der Social Trading Plattform eToro über die Kursentwicklung von Ethereum gestolpert bin, staunte ich nicht schlecht. Innerhalb weniger Tage legte die Devise erstaunlich zu. Nachdem ich anfangs dachte, dass es sich dabei um eine weitere Kryptowährung wie etwa Bitcoin handelt, informierte ich mich jedoch weiter und musste erkennen, dass es sich um weitaus mehr als eine reine digitale Währung handelt. Grund genug also, die Unterschiede aufzuzeigen und das Thema näher zu beleuchten.

Ethereum Entwicklung

Ethereum Entwicklung

Was ist Ethereum?

Laut Website ist Ethereum „a decentralized platform that runs smart contracts„, also eine dezentralisierte Plattform, die schlaue Verträge anbietet. Doch was versteckt sich dahinter? Um das Thema genauer zu erläutern, führt deshalb kein Weg am Vergleich mit der Kryptowährung Bitcoin vorbei.

Bitcoin LogoEthereum Logo
PlattformBitcoinEthereum
KonzeptDigitale WährungDigitale Währung ("Ether")
Blockchain-basierte schlaue Verträge
TransaktionPerson A sendet Person B virtuelles GeldPerson A sendet Person B virtuelles Geld, wenn...
- Datum = xx.xx.xxxx
- Konto von Person P < 10 eth
Marktwert~18 Mrd. USD~1 Mrd. USD
GründungJanuar 2009Juni 2015
GründerSatoshi NakamotoVitalik Buterin & Team
VeröffentlichungMining18 Mio. USD Presale in Form von Bitcoin

Nach wie vor versteht ein Großteil der Bevölkerung nicht das Konzept von digitalen Währungen und haben ihnen gegenüber Vorurteile. Einfach gesagt, kann Bitcoin als digitales Geld beschrieben werden. Seit rund acht Jahren wird es dafür genutzt, um unkompliziert Geld von einer Person an eine andere zu transferieren. Hierzu können digitale Geldbörsen als Wertspeicher genutzt werden. Inzwischen hat sich darüber hinaus ein Spekulationsmarkt rund um diese Kryptowährung etabliert.

Im Gegenzug zu Bitcoin ist Ethereum jedoch eine „programmierfähige“ Digitalwährung. Hierdurch wird es ermöglicht, Geld von einer Person zu einer anderen zu senden, wenn gewisse Bedingungen eintreten. Zum Beispiel kann der Kauf eines Gutes, bei dem verschiedene Parteien involviert sind, sehr langsam vonstatten gehen, wodurch zusätzliche Kosten entstehen. Mit Hilfe von Ethereum kann Geld präzise dann überwiesen werden, wenn sich alle Vertragsparteien geeinigt haben – ohne Intermediäre.

Hieraus ergibt sich enormes Potenzial für Ethereum. Wenn man an verschiedene Anwendungen denkt, die Menschen gegenseitig vernetzen und sich bestimmter Logiken bedienen (z.B. Uber, Airbnb, eBay…), zeigt sich dass viele der heutzutage genutzten Services in dezentralisierter Form mit Hilfe von Ethereum umstrukturiert werden könnten. Dezentralisierung ist deshalb wichtig, weil es einzelne Fehler- und Kontrollquellen eliminiert. Ethereum als Zahlungsschnittstelle könnte viele Kauf- und Buchungsvorgänge stark vereinfachen und beschleunigen – für alle Prozessbeteiligten.

Grund genug, die weiteren Potenziale und Nutzungsweisen der Ethereum-Technik genauer zu beleuchten.

Das Potenzial von Ethereum richtig nutzen

Identitäten verwalten

Es gibt eine Vielzahl an Websites und Plattformen, auf welchen man seine digitale Identität verwaltet (z.B. Facebook, Twitter, XING, LindedIn…). Das kann einerseits sehr zeitaufwändig sein und gleichzeitig tritt man seine Identitätsrechte an eine zentralisierte Entität ab. Ethereum ermöglicht in Verbindung mit einem dezentralisierten Identitätenmanagement wie uPort die volle Kontrolle über die eigenen Daten. Es gibt keine zentralisierten Server, die Zugriff auf private Daten haben, gehackt werden können, die eigenen Daten weitergeben können oder geschlossen werden können.


Rechenleistung & Speicherplatz

Denkt man an die gesamte freie Rechenleistung und den ungenutzten Speicherplatz, den Menschen auf ihren PCs und Smartphones haben, zeigt sich eine Menge ungenutztes Potenzial. Projekte wie BOINC ermöglichen es bereits, die eigene Rechenleistung Projekten zur Krebsforschung oder Asteroidenerkundung zur Verfügung zu stellen. Durch Ethereum wird dieses Konzept aufgegriffen und auf andere Industrien übertragen. Nebenbei wird es Nutzern darüber hinaus ermöglicht passiv Geld zu verdienen.

Derzeit gibt es verschiedene Projekte, die Menschen genau dies ermöglichen soll. Filecoin will es Nutzern ermöglichen, ihren freien Computerspeicherplatz an andere zu vermieten und hierfür bezahlt zu werden. Ein ähnliches Projekt verfolgt Golem, welches einen „Supercomputer“ aus der Rechenleistung der Nutzer bündeln will.


Soziale Medien

Akasha ist eine dezentralisierte Social Media Plattform. Es gibt keine zentralisierten Server und kein Unternehmen oder Person hat die komplette Kontrolle über die Inhalte. Das bedeutet, dass die Plattform keiner Zensur ausgesetzt ist. Als zusätzliche Funktion können u.a. qualitative Beiträge und hochwertiger Content mit finanziellen Belohnungen vergütet werden.


Rechtemanagement

Dezentralisierte Anwendungen ermöglichen bisherige Industrien und Services transparenter und verständlicher zu gestalten. SingularDTV ist z.B. eine Plattform für Unterhaltungsrechte, welche eine transparente Verteilung an Ersteller, Investoren, Mitarbeiter, Schauspieler und andere Beteiligte ermöglicht. Es gibt keine zentralisierte Partei, welche eine andere Anspruchsgruppe davon abhalten kann ihre finanziellen Mittel zu erhalten. Stattdessen wird der Zugang zu diesem durch den Code garantiert, so dass alle die anfangs vertraglich festgelegten Bedingungen eingehalten werden und keine dritte Partei zur Streitschlichtung benötigt wird.


Unternehmensmanagement

Die Verteilung und die Verwaltung von Unternehmensanteilen kann vor allem bei jungen Startups ein zeit- und kostenintensives Unterfangen sein. Mit zunehmendem Wachstum und der zusätzlichen Akquirierung von Kapital, kommt es oftmals zu Anteilsverschiebungen. Aragon ist hierfür ein vielversprechendes Projekt, welches durch ein übersichtliches Benutzerinterface und leichet Handhabung überzeugt.


Projekt- und Unternehmensfinanzierung

Etherum, welches einst selbst durch einen Crowdsale, der 18 Mio. USD generiert hat, finanziert wurde, hat es bereits vorgemacht. Dezentralisiertes Fundraising ist die Zukunft. Ähnlich wie beim Crowdinvesting können Unternehmen und Projekte via Schwarmfinanzierung große Kapitalsummen einwerben. Das DAO Projekt konnte beispielsweise 160 Mio. USD einwerben – absoluter Rekord.

Ethereum – mehr als nur ein Trend?

Es zeigt sich, dass Ethereum mehr ist als nur ein bloßer Trend zur Geldanlage. Dem zukünftigen Nutzenpotenzial sind dabei keine Grenzen gesetzt. Doch genau wie Bitcoin zeigt sich, dass viele Unternehmen, aber auch Privatpersonen noch nicht das wahre Potenzial erkennen. Folglich gilt es abzuwarten, inwiefern sich die Technologie im Mainstream-Markt durchsetzen wird und inwiefern sie es vermag, Vorurteile von potenziellen Nutzern abzubauen.

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Von | 2017-03-25T15:47:30+00:00 6. März 2017|Finanzen, Kryptowährungen|

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