Social Trading: Informationen, Vor- & Nachteile

Social Trading ist einer DER Trends innerhalb der letzten Jahre. Begünstigt durch gesunkenes Vertrauen in Banken aufgrund von Finanzkrisen und dem von der Europäischen Zentralbank verordneten Null-Zins-Umfeld haben sich inzwischen zahlreiche FinTech-Unternehmen am Markt etabliert. Doch was ist Social Trading eigentlich und welche Vor- und Nachteile bringt es für Privatanleger mit sich? Dieser Artikel zeigt die Chancen und Risiken des gemeinsamen Börsenhandels ein und beleuchtet Teilaspekte wie das Copy Trading genauer.

Was ist Social Trading?

Social Trading Plattformen ermöglichen Investoren, Anlagestrategien anderer Investoren zu verfolgen oder sogar zu kopieren und von deren Erfahrung zu profitieren. Dabei können Einzelaktien, Devisen, Indizes, Rohstoffe uvm. getradet werden. Die Plattformen bieten ihren Nutzern hierfür verschiedene Tools, um ihnen die Informationen zu geben, die sie benötigen, um intelligentere Investment- und Trading-Entscheidungen treffen zu können. Unter anderem ermöglichen sie ihren Nutzern, die Portfolios anderer Nutzer zu sehen, deren Beiträge in News Feeds zu verfolgen und deren Wertentwicklung zu verfolgen, um ein besseres Verständnis der Tradingstrategien zu erlangen. Auf den Plattformen wird folglich zwischen Signalnehmern (Followern) und Signalgebern unterschieden. Die Follower können dabei verschiedenste Signalgeber in ihr eigenes Portfolio aufnehmen und deren Handelsentscheidungen automatisiert kopieren (Copy Trading).

Worauf sollte man bei der Wahl der Plattform achten?

Es gibt diverse Anbieter am Markt, welche verschiedenste Ansätze verfolgen und ihren Kunden unterschiedliche Investmentmöglichkeiten anbieten. Folglich gibt es nicht DIE beste Plattform. Vielmehr gilt es, die Plattform entsprechend der eigenen Präferenzen auszuwählen. Was ist einem wichtiger? Einfache Bedienung der Plattform, große Auswahl an Signalgebern, Breite und Tiefe des Angebots usw. Als Faustregel für die Wahl gilt: Je detaillierter die Daten zu Investitionsprofil, Risikoklasse, Volatilität, Gewinn- bzw. Verlustwochen (Drawdown), Handelskarriere und Rendite der Signalgeber sind, desto besser können sich Follower ein Bild bei der Wahl zu verfolgender Top Trader machen. Hat man sich für einen Top Trader entschieden, ist es zudem wichtig zu prüfen, ob der Trader seine Gewinne mit Echtgeld erzielt hat und nicht anhand eines Demokontos mit unrealistischen Anlagestrategien. Dies kann als zusätzliche Absicherung dienen, da schließlich sowohl Signalgeber, als auch -nehmer im Regefall eine möglichst hohe Rendite erzielen möchten. Nützlich erweist sich hierbei eine ausgeprägte Filterfunktion, die Signalnehmer detailliert nach vergangenen Trading-Statistiken suchen lässt. Zudem erweisen sich der bei Plattformwahl eine Regulierung und eine deutsche Niederlassung als vorteilhaft, sollte es zu rechtlichen Problemen kommen.

Social Trading Tipps & Hinweise

  • Eine klare Strategie verfolgen: Wollen Sie sich auf einen bestimmten Markt (Aktien, Deviszen, Indizes, Rohstoffe…) oder einen bestimmten Popular Investor konzentrieren oder Ihr Kapital auf mehrere Märkte und Trader verteilen? Ein diversifiziertes Portfolio kann dabei helfen, Verlustrisiken einzugrenzen, kann aber auch die maximale Rendite schmälern.

  • Einen gewissen Zeitrahmen festlegen: Es gibt verschiedene Trading-Stile und Verhalten. Während einige Trader bevorzugen, Tages-Trader (Daytrading) zu sein und mehrere Positionen im Laufe eines einzigen Tages zu eröffnen und zu schließen, ziehen es andere Trader vor, ihre Positionen wochen- oder gar monatelang zu halten. Bei der Wahl des eigenen Stils gilt es deshalb, zwischen kurz- und langfristigen Gewinnen abzuwägen und ggf. rote Zahlen zu verkraften.

  • Auf dem Laufenden bleiben: Watchlists ermöglichen es, die Strategien anderer Anleger zu verfolgen. Daneben ermöglichen oftmals Beitrags- und Kommentarfunktionen den direkten Kontakt zu Gleichgesinnten. Dies kann dabei helfen, die Logik hinter deren Entscheidungen zu verstehen und die eigene Anlagestrategie zu optimieren.

  • Experimente wagen: Viele Plattformen bieten ihren Nutzern kostenlose Demokonten an. Diese können genutzt werden, um verschiedene Anlagestrategien auszuprobieren, bevor Echtgeld investiert wird

  • Maßnahmen zur Risikoverringerung ergreifen: Ein sog. Copy Stop Loss hilft die Verluste beim Kopieren von anderen Tradern zu verringen, so dass nur ein Teil des investierten Kapitals verloren geht. Man sollte des halb unabhängig von der Zukunftaussicht stets auch den Negativfall im Hinterkopf behalten.

  • Hebelprodukte richtig nutzen: Sog. Hebel (Leverage) können dabei helfen mit geringem Kapitaleinsatz große Gewinne zu erzielen. Im Gegenzug können Verluste dabei jedoch auch das eingesetzte Kapital um ein Vielfaches übersteigen und zusätzliche Gebühren werden fällig. Unerfahrene Trader sollten deshalb vorerst auf die Nutzung von Hebelprodukten verzichten und nur 1:1 investieren, um die Welt des Online-Tradings und deren Eigenheiten besser verstehen zu können.

Bekannteste Social Trading Plattformen

PlattformGründungSitzRegulierungMin. EinsatzKontoPortal
ayondo2008LondonFCA0,01 €ab 100 €Info
eToro2007ZypernCySEC25 €ab 200 €Info
GKFX2009LondonFCA2,50 €ab 0 €Info
wikifolio2012WienBroker-abhängig100 €ab 100 €Info
ZuluTrade2007PiräusHCMC5 €ab 50 €Info
Von | 2017-03-03T11:26:36+00:00 3. März 2017|Finanzen, Social Trading|

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