Startup-Crowdinvesting: Die große Übersicht

Was ist Crowdinvesting eigentlich?

Obwohl sich der Begriff „Crowdfunding“ einer stetig wachsenden Beliebtheit erfreut, wissen viele Menschen nicht, welche Unterschiede zwischen Crowdfunding und Crowdinvesting es gibt. Oder gibt es überhaupt keine?

Dieser Artikel zeigt die Grenzen auf und erläutert die einzelnen Begriffe. Zudem wird gezeigt, inwiefern sich Startup-Investments von Immobilien-Investments unterscheiden und welche Vorteile und Chancen, aber auch Gefahren und Risiken aus Anlegersicht damit einhergehen.

Startup Crowdinvesting

Crowdfinancing ist ein Teilaspekt des Crowdsourcings und kann mit „Massen- bzw. Schwarmfinanzierung“ übersetzt werden. Crowdinvesting bzw. Crowdlending als weitere Unterarten sind dabei die bekanntesten Ausprägungen. Während Crowdinvesting vor allem bei der finanziellen Unterstützung von Startups, Immobilien oder Umweltprojekten Anwendung findet, beschränkt sich Crowdlending vornehmlich auf die Vermittlung von Krediten an Privatpersonen oder Unternehmen.

Die Vermittlung findet dabei über Online-Plattformen statt, wo junge Wachstumsunternehmen (Startups) ihr Unternehmen und ihre Geschäftsidee näher vorstellen und potenziellen Investoren Finanz- und Geschäftsdaten zur Verfügung stellen. Diese können sich können bereits mit wenigen Hundert Euro an dem jeweiligen Unternehmen beteiligen (partische Nachrangdarlehen) und erhalten im Gegenzug eine finanzielle Gewinnbeteiligung. Dabei gibt es verschiedene Modelle, wie diese an die Kapitalgeber zurückgezahlt wird. Am häufigsten sind dabei entweder Modelle mit einer festen Zinszahlung, welche quartalsweise, halbjährlich oder jährlich ausgezahlt wird oder erfolgsabhängige Beteiligungsmodelle anzutreffen. Hierbei werden die Investoren an der Entwicklung des Unternehmenswertes und/oder am Exit-Erlös beteiligt.

Die Höhe der Zinsen beläuft sich dabei plattformabhängig im Bereich von 5 bis 7 Prozent. Die Rendite versprochener Beteiligungen an der Entwicklung des Unternehmenswertes liegen meist über diesem Wert. Investoren sind deshalb jedoch verstärkt von der positiven Entwicklung des Unternehmens abhängig, um auch wirklich eine hohe Rendite erzielen zu können. Die Gesamtlaufzeit beläuft sich in der Regel auf mehrere Jahre (rund 7-8 Jahre), womit dsie deutlich länger ausfällt wie bei Immobilien-Investments oder Crowdlending-Projekten. Aus Anlegersicht ist diese lange Laufzeit jedoch erforderlich, da die meisten jungen Unternehmen vor allem am Anfag ihres Unternehmenslebenszyklus unwirtschaftlich sind und keine bzw. kaum Gewinne erzielen. Je länger ein Unternehmen am Markt aktiv ist, desto wertvoller ist es im Regelfall.

Crowdinvesting hat in den vergangenen Jahren stark an Beliebtheit gewonnen, was sich in einem rasant wachsenden Kapitalvolumen widerspiegelt. Allein im Jahr 2016 wurde dabei mehr Kapital als in allen fünf Jahren zuvor vermittelt. Im Jahr 2016 wurden rund 18,8 Mio. Euro in junge Unternehmen investiert, wobei rund die Hälfte des investierten Kapitals über die Plattform Companisto vermittelt wurde.

 

Worauf sollte man bei der Startup-Investition achten?

Genau wie Immoblien-Investments, sind Startup-Investments eine Risikokapitalanlage. Das volatile Marktumfeld junger Wachstumsunternehmen und ungewisse Zukunftsprognosen bezüglich Markt- und Unternehmensentwicklung und Konkurrenzsituation lassen einen relativ großen Spielraum für Fehlentwicklungen. Bei der Wahl des zu unterstützenden Unternehmens sollten deshalb verschiedene Faktoren beachtet werden.

Als wichtige Kriterien können hierzu eine realistische Finanz- und Bussinesplanung, die gegenwärtige und zukünftige Marktsituation, die anzunehmende Konkurrenz und die bisherige Erfahrung der Gründer angesehen werden. Darüber hinaus gilt es, das eigene Portfolio über mehrere Projekte und Plattformen hinweg zu diversifizieren, um das Risiko zu streuen.

Daneben sollten folgende Punkte beachtet werden, um das Restrisiko weiterhin zu minmieren:

  • Jedes Projekt individuell nach Chancen und Risiken beurteilen

  • Persönliche Risikopräferenz sollte Unternehmensprofil entsprechen

  • Nur investieren, wenn man das Geschäftmodell der Unternehmung und die Investitionsbedingungen versteht

  • Nicht mehr investieren, als man als Verlust verkraften kann

  • Nicht blind der „Crowd“ vertrauen

  • Risikostreuung: Mehrere kleine Investments als viele große

Beliebteste Crowdinvesting-Plattformen für Startups

PlattformGründungStandortMindestsummeBeteiligungPortal
aescuvest2014Frankfurt am Main50 €Feste Verzinsung, prozentuale Beteiligung am Unternehmenswert, EXIT-BonusInfo
Companisto2012Berlin5 €Feste Verzinsung, prozentuale Beteiligung am Gewinn und bei ExitInfo
CONDA2013München u. Wien100 €Feste und variable Verzinsung, Beteiligung am UnternehmenswertInfo
Deutsche Mikroinvest2012Pulheim250 €Feste und gewinnabhängige VerzinsungInfo
FunderNation2014Bensheim-Auerbach100 €Co-Investment mit Business AngelsInfo
medifundo2016München250 €Feste Verzinsung und GewinnbeteiligungInfo
Geldwerk12015Dortmund100 €Feste VerzinsungInfo
Innovestment2011Berlin250 €Feste VerzinsungInfo
kapilendo venture2016Berlin100 €Feste VerzinsungInfo
Katrim2008München250 €Feste VerzinsungInfo
Seedmatch2011Dresden250 €Feste VerzinsungInfo
Seedrs2012London10 £UnternehmensanteileInfo
transvendo2016München250 €Feste VerzinsungInfo
Unternehmerich2015Starnberg250 €Feste VerzinsungInfo
Von | 2017-03-01T16:40:29+00:00 28. Februar 2017|Crowdinvesting, Finanzen, Startup|

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