Wieso man keine Fake-Fans in sozialen Medien kaufen sollte

Im Laufe des Alltags stolpert man über diverse Facebook-Seiten, einige interessanter, andere eher nervtötend. Manche haben dabei Follower im zweistelligen Bereich, andere im hochen fünfstelligen. Doch sagt die Anzahl der „Anhänger“ – wenn man die stillen Mitleser (?) überhaupt so betiteln möchte – etwas über die Qualität der eigenen Seite aus? Nein! Erst kürzlich stieß ich auf die Fanseite einer neuen App, deren Release bevorstand, es bislang jedoch an Facebook-Fans mangelte. Doch von heute auf morgen stieg die Anzahl der Fans von vorher rund 50 auf über 1.000. Haben die Marketingverantwortlichen den heiligen Gral gefunden? Wohl eher kaum. Betrachtet man die Profile derer, die die Beiträge im Sekundentakt liken genauer, so fallen vor allem sehr viel ausländische Profile mit schier unlesbaren Namen ins Auge. Klarer Fall: Fake-Follower wurden gekauft. Teilweise verstehe ich diese Unart sogar. Niemand möchte, dass seine Seite so vor sich hindümpelt und irgendwann in der Belanglosigkeit verschwindet. Gleichzeitig kosten tausende Fans im Regelfall nur wenige Euro. Letztendlich schadet man mit dieser Vorgehensweise jedoch dem eigenen Ruf und somit auch dem eigenen Unternehmen. Dieser Beitrag stellt die Top-Argumente gegen den Kauf von Fans vor und zeigt, wieso Fake-Fans letztendlich rausgeschmissenes Geld sind.

Die Top-Argumente gegen gekaufte Fake-Fans

Keine echten Fans

Zwar gibt es Agenturen, die durch Like-Tausch reale Nutzer vermitteln und so die Zahl der eigenen Follower in die Höhe treiben. Dabei handelt es sich dabei zwar um aktive Nutzer sozialer Netzwerke, jedoch haben sie kein reales Interesse am beworbenen Unternehmen. Sie sich deshalb nicht mit den veröffentlichten Beiträgen, geschweige dem Unternehmen selbst auseinander (Incentivierung). Viel gravierender fallen jedoch Fake-Profile ins Gewicht. Dabei handelt es sich um gezielt gefälschte Benutzerkonten nicht real existierender Personen. Zu allem Überfluss können soziale Netzwerke solche Fake-User nicht auf den ersten Blick identifizieren und behandelt sie wie reale Menschen. Dieser Punkt bildet letztendlich den Ausgangspunkt für die folgenden Negativfolgen und Konsequenzen.

Nicht vorhandene Eigendynamik

Ein Gerücht besagt, dass es 1.500 bis 2.000 Anhänger in sozialen Netzwerken benötigt, bis sich eine gewisse Eigendynamik entwickelt. Daraus resultiert ein kontinuierlicher Zustrom an neuen Fans. Somit lässt sich im Normalfall eine direkte Korrelation zwischen Fans und Umsatz nachweisen. Das Problem an der Sache ist jedoch, dass Fake-Fans ihre Meinung über Unternehmen nicht teilen. Dieses Hörensagen fehlt jedoch, weil sie letztendlich nicht direkt involviert sind. Sie haben kein reales Interesse am Unternehmen und den angebotenen Produkten. Durch diesen fehlenden Werbeeffekt bleibt schlussendlich auch das organische Wachstum aus.

Die Bewertung der eigenen Seite verschlechtert sich

Aufgrund von Fake-Followern verfälscht sich das Targeting der eigenen Seite die Zielgruppe hinsichtlich Geo-Targeting, Alter usw. Der Facebook EdgeRank bewertet darüber hinaus die Interaktionen auf der eigenen Seite. Kein Teilen von Inhalten, wenig Kommentare oder Likes resultieren daher in einer Abstufung in diesem Ranking Die Folge davon ist, dass die Posts der eigenen Facebookseite weniger häufig  im Newsstream anderer Facebook-Nutzer angezeigt wird. Dieses Vorgehen lässt sich natürlich auch analog in anderen relevanten sozialen Medien beobachten.

Fazit

Schlussendlich bleibt festzuhalten, dass es andere Kaufargumente für Produkte gibt als die bloße Anzahl an Klicks in sozialen Netzwerken. Ein exzellentes Produkt in Kombination mit sinnvollen Marketingmaßnahmen bleibt unschlagbar. Darüber hinaus kann festgehalten werden, dass der Kauf von Fake-Followern nicht nur Geldverschwendung ist, sondern auch dem eigenen Ansehen schadet und kontraproduktiv ist. Stattdessen sollte man das Hauptaugenmerk auf andere Marketingaktivitäten lenken und dadurch das organische Besucherwachstum fördern. Die Chance dass ein Produkt oder Unternehmen so unattraktiv ist, dass sich wirklich niemand dafür interessiert, ist relativ gering.

Von | 2017-02-08T13:54:47+00:00 22. März 2016|Online-Marketing|

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